Die Lachmöwe (Larus ridibundus)
Offenbar hat sich die Lachmöwe erst im 19. Jahrhundert im Zürichseegebiet
angesiedelt. Eine Kolonie im Kaltbrunner Riet stand Anfangs des 20. Jahrhunderts
kurz vor dem Verschwinden, als sie durch Schutzmassnahmen gerettet wurde. Nach
starkem Anstieg der Bestände trat in den letzten 25 Jahren erneut ein starker
Rückgang der Art ein.
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| Lachmöwe im Winterkleid auf Steinen am Seeufer. |
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Lachmöwe im nahezu ausgefärbten Sommerkleid. |
Kennzeichen
Im Brutkleid weiss mit grauen Flügeln und schokoladebraunem Kopf, roten Beinen
und rotem Schnabel. Im Winter dunkler Ohrfleck, Jungvögel und nicht
ausgewachsene Vögel haben mehr oder weniger Braun im Flügel und braunen
Schwanzsaum.
Brut
Eine Jahresbrut, Nachgelege möglich. In der Regel drei Eier, in ein Nest
aus Schilfhalmen gelegt. Nester auf Seggenstöcken im Ried, auf Kies oder
auf Steinen am See, auch Schwimmnester, oft mehrere zusammen.
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| Nest der Lachmöwe mit Eiern auf der Brutplattform am Strandweg. |
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Junge Lachmöwen am Rand der Brutplattform. |
Vorkommen Europa
Über den ganzen Kontinent mit Ausnahme des Mittelmeerraumes, wo die Art
nur wenige Vorkommen hat. Nordische Vögel überwintern
in Mitteleuropa, dortige Brutvögel ziehen zum Mittelmeerraum.
Vorkommen in der Schweiz
Etwa ein Dutzend Kolonien vom Bodensee zum Neuenburgersee, wobei die
Besiedlung wahrscheinlich vom Kaltbrunner Riet ausging. Grösste Kolonie
heute meist am Neuenburgersee. Grosse Kolonie im österreichischen
Rheindelta am Bodensee.
Ansiedlung Rapperswil-Jona
| 1987 |
Erste Brut auf einem Stein östlich Seedamm, Gelege vermutlich von Rabenkrähen ausgeraubt. |
| 1993 |
Geglückte Brut, zwei Jungvögel vermutlich flügge geworden. |
| 1994 |
7 Bruten, auch 1995 5 bis 7 Bruten, je 2 flügge Junge; seither regelmässig Bruten auf Steinen. |
| 1996 |
Schwimmnestkolonie in Binsenbestand östlich Seedamm, wegen Anstieg des Seespiegels nur wenige Junge aus ca. 20 Nestern. |
| 1996 |
Mehrere Bruten auf Plattform Wurmsbach und ab 1997 auf Plattform Rapperswil, seither an beiden Orten regelmässig. |
| 2001 |
Besiedlung der Kiesinsel mit etwa 12 Paaren, starker Anstieg in den folgenden Jahren. |
Weitere Möwenarten am Oberen Zürichsee
| Sturmmöwe |
Regelmässiger Wintergast, oft bei Hafenanlagen |
| Silbermöwe |
Seltener Wintergast, wohl alljährlich |
| Weisskopfmöwe |
Zunahme, früher Winter, jetzt das ganze Jahr |
| Heringsmöwe |
Seltener Wintergast |
| Mantelmöwe |
Ausnahmeerscheinung |
| Zwergmöwe |
Alljährlich als Durchzügler, seltener Wintergast |
| Dreizehenmöwe |
Ausnahmeerscheinung |
| Schwarzkopfmöwe |
vgl. separates Kapitel |
Raubmöwen
| Schmarotzerraubmöwe |
Ausnahmeerscheinung |
Verbreitung
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| SCHMID et al. (1998 "Schweizer Brutvogelatlas" Schweizerische Vogelwarte Sempach) |